Oben angekommen

Oben angekommen

Die Schülerzahlen an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg stagnieren auf einem hohen Niveau. Die stark wachsenden Schülerzahlen der letzten 20 Jahre sind verursacht durch zwei Faktoren. Erstens die politisch erwünschte Bildungsexpansion: während im Jahr 2007 nur 37,4% der 20 bis 24 Jahre alten Deutschen eine Hochschul- oder Fachhochschulreife hatten, ist dieser Wert durch Erweiterung der weitergehenden Schulformen im Jahr 2017 auf 53,3% gestiegen. Sofern weiter politisch gewünscht, wird bei gleich wachsendem Tempo diese Quote im Jahr 2027 auf 75% steigen. Zweitens ist von betrieblicher Seite die Nachfrage nach gut ausgebildeten Schülern hoch. Während vor ein paar Jahren für einfache Ausbildungsberufe ein Hauptschulabschluss reichte, ist heute meistens eine Fachhochschulreife erforderlich.

Die wichtige Frage der Zukunft ist folgende: wird die Expansion der Schülerzahlen in weiterführenden Schulen zu einer Entwicklung wie in Frankreich führen, wo der Arbeitsmarkt die hohe Qualifikation der Schüler und Studenten nicht absorbieren kann, oder ist diese Schülerentwicklung nur eine Anpassung des Bildungssystems an den gestiegenen Forderungen des deutschen Arbeitsmarkts, was bei der aktuell niedrigsten Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung der Fall zu sein scheint?

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